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Fünf Tage wildes Kulturtreiben

Plakat 2016
Plakat 2016

Das kostenlose Kulturfestival Breminale lud vom 13. bis 17. Juli 2016 zum Flanieren, Tanzen, Lauschen, Schnacken und Genießen bei guter Laune und verzauberten Deichwiesen ein. In vier großen Zirkuszelten und weiteren Manegen bespielten mehr als 100 Künstler den Osterdeich. Auf der Altmannshöhe und 800 Metern entlang der Weser bot die Breminale nicht nur Musik, Tanz, Lesung und Theater, sondern auch eine Verköstigung, die keine Wünsche offen ließ.

Ja, es gab sie wieder, die großen Bühnen mit gefeierten Bands vor hunderten Menschen. Und das in einer nie zuvor gebotenen Vielfalt an Konzerten: Von Bremen Next bis zu bremischen Musikperlen auf der Altmannshöhe, von Worldmusic der Flut bis zum Rock'n'Roll der Baronesse, vom Alternative der Dreimeterbretter bis zu den populären Tönen im Deichgraf. Hinter den Kulissen gab es eine Bänderzerrung, zwei Mückenstiche, fünfzehn Einbürgerungsanträge und viele Versprechen der Wiederkehr von Künstlerinnen und Künstler.

Bremen feierte die Musik und das Leben, und das so gut und so ehrlich wie es nur ging im Juli 2016. Diese fünf Tage der Ausgelassenheit und der Freude im Freien teilten wir mit geschätzt rund 200.000 BesucherInnen und über hundert KünstlerInnen. Und so kann es auch im nächsten Jahr von unserer Seite wieder losgehen, und zwar vom 05. bis 09. Juli 2017.

Wir wollen Musik und Kultur veranstalten, die Jederfrau und auch  Jedermann offen stehen. Zivilcourage und Toleranz werden gerade durch künstlerische Positionen, die auf unseren Bühnen vertreten werden, gefördert und gefordert. No Racism, but Respect!  „Natürlich ärgern uns kriminelle Vorfälle auf dem Gelände immens,“ so Max Maurer, „aber wir wollen ein Open Air Festival ohne Zäune bleiben. Dieser niedrigschwellige Ansatz ist uns wichtig.“

Große Freude gab es über die vielen Möglichkeiten des Teilens echten Breminalegefühls im Netz: Von den Blogs unserer Medienpartner übers tausendfache Twittern seitens der BesucherInnen bis hin zu den tollen Crowd Clips, die jeden Tag nochmal Revue passieren ließen.

Auch unser Nachhaltigkeitsansatz fruchtete weiter: Weit über 1000 Leuchtmittel unserer Lichterketten konnten wir durch die finanzielle Unterstützung von Sponsoren und FestivalbesucherInnen auf energiesparende LED-Technik umstellen. Vielen Dank dafür!

Die sogenannte Dörfliche Wiese mit ihren Verkaufsständen für fair gehandelte und biozertifizierte Waren gedeiht gut. Ab der nachmittäglichen Öffnungszeit der Breminale wurde dort konsumiert und sich rege darüber ausgetauscht, wie sich Bremen als Stadt insgesamt in einer lebenswerten Zukunft aufstellen kann. Im nächsten Jahr läuft allerdings die Förderung aus Bundesmitteln für die mitveranstaltenden Vereine ProZept und SozialÖkologie aus: „Wie können wir diese wichtige Plattform für ökologisch sinnvolles Konsumverhalten dem Publikum weiter bereitstellen?“, fragt sich Susanne von Essen vom Leitungsteam der Breminale.

Faire Breminale - mit größerem Bio-Dorf auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Nach der Breminale ist zwar vor der Breminale, doch ein kurzes Durchschnaufen sei erlaubt. Zeit, um Bilanz zu ziehen nach der 28. Ausgabe. Die kann sich sehen lassen, denn das größte Open-Air in buten un binnen von Bremen ist wieder einmal zu großer Zufriedenheit über die zehn großen und kleinen Bühnen gegangen.

„Mit rund 200.000 Feiernden halten wir uns auf hohem Niveau, was den Besucherandrang angeht. Inzwischen werden auch die fulminanten Nächte mit den großen Menschenmengen zu einem vertrauten Anblick, der Freude auslöst.“, so Festivalleitung Max Maurer.

Mit musikalischen Highlights wie Andreas Kümmert, Graham Candy und Kill it Kid und Geheimtipps wie Ezra Furman, Los De Abajo und Mine, ist Bremens gute Stube am Fluss fünf Tage lang zum Gastgeber für Musikerinnen und Musiker aus aller Welt geworden.

 „Und dieses Mammutunterfangen stemmen wir jedesmal wieder mit Hilfe unserer Kooperations- und Medienpartner, allen voran Radio Bremen für die Bühnen, und dem Lagerhaus, der Treue und den Dreimeterbrettern als Veranstaltern.“ Susanne von Essen als künstlerische Leitung der Breminale freut sich auch für nächstes Jahr auf die Zusammenarbeit mit den bremischen Partnern.

Dass das Festival auf gutem Wege ist, ein weiteres Ziel zu erreichen und ein nachhaltiges, fair gehandeltes Produkt zu werden, davon zeugt das immer beliebtere und belebtere Öko-Dorf samt verregnetem Deichbankett mit seinen Talks und Ständen, die ausschließlich faire Bioware anbieten. Der Sonntag war mit Fahrradfestival und Co der Zukunft gewidmet.

Vom 13.-17. Juli 2016 soll es wieder Programm für die ganze Familie geben, wenn mit Bässen und Kinderhänden gehämmert wird und sich Buden und Bühnen mit neuen Ideen und Gästen auf den Wiesen tummeln.

 

Unterm Regenbogen- eine stürmische Breminale 2014!

Jeder Bremer weiß jetzt, was ein Sturm ist - und was nicht. Durch Warnungen hat sich der windige Bursche ins Breminale-Programm 2014 geschlichen, ohne jemals wirklich aufzutauchen.  Doch „Sicherheit geht vor Programm.“, dieser Grundsatz ist dem Veranstalter Max Maurer wichtig, und so konnten sich alle Besucher auf eines verlassen: nicht für die Ohren, auch für den Notfall ist gesorgt.

Ein bombastischer Samstagabend versöhnte die Macher an den Bühnen und Gastro-Ständen mit den Ausfällen. Das größte Fest des Bremer Sommers mit viel Live-Musik und bunten Buden war dieses Jahr eine runde Sache: Hunderte von Bands und kreativer Beteiligter waren auf den Wiesen anzutreffen. Dabei feierten Chartstürmer im „Deichgraf“ ebenso wie Bluesrocker im „Baronesse“ oder Weltmusiker in der „Flut“ ihre Auftritte. Die Breminale-Familie mit Treue und Dreimeterbrettern, mit BioErleben-Dorf und Wohnzimmer, mit Weser-Kurier und himmlischer Wiese, Kinderwelten und Wetterpropheten freut sich schon aufs nächste Mal. „Dank swb und Radio Bremen konnten wir eine tolle Vielfalt präsentieren“, dankt Susanne von Essen.

Das haben rund 200.000 Besucher zu schätzen gewusst, zwar weniger als im Rekordjahr 2013, doch viele Künstler waren sich einig: „So ein friedliches Fest dieser Größe ist einmalig!“, staunte man in der Hängemattenoase. In guter Nachbarschaft hat sich dort das „Himmelwärts“  hinter der Kunsthalle vom Geheimtipp zur festen Größe gemausert.

Und auch 2015 soll es wieder eine Breminale geben. Los geht es am 15. Juli bis zum 19. Juli- trotz Wind und Wetter.

 

Breminale 2013: Ein gelungenes Fest!

Fünf Tage tolles Wetter in einem eher bescheidenen Sommer, fünf Tage volle Zelte mitten in den Bremer Sommerferien, strahlende Gäste und glückliche Künstler! Kein Wunder, dass die beiden Veranstalter der Breminale 2013,  Susanne von Essen und Max Maurer Sonntagnachmittag eine absolut positive Bilanz des Kulturfestivals am Osterdeich zogen. „Wir gehen davon aus, dass die Spitzenwerte aus dem Jahr 2011 noch einmal deutlich getoppt wurden“, glaubt Susanne von Essen. Vor zwei Jahren beliefen sich die Schätzungen der Besucherzahlen auf rund 200.000. Für 2013 gehen von Essen und Maurer von geschätzten 220.000 Besuchern aus.

Aber nicht nur der hohe Besucherzuspruch, auch die Atmosphäre auf dem Festivalgelände war wieder großartig. Vor Begeisterung tobende Massen in den Zelten, gemütliches Flanieren zwischen den Essbuden und relaxtes Abhängen auf der Deichschräge – Breminale at it´s best! Die künstlerische Leiterin Susanne von Essen war aber vor allem von der besonderen Stimmung auf der «himmlischen Wiese» hinter der Kunsthalle angetan. „Wir sind im Himmel angekommen und wollen dort auch bleiben“, erklärt von Essen das Experiment der Erweiterung in Richtung Innenstadt für geglückt.

Und auch zur höheren Sicherheit auf dem Gelände hat die «himmlische Wiese» beigetragen. Das von Projektleiter Max Maurer in enger Abstimmung mit dem Stadtamt, der Feuerwehr, der Polizei, dem DRK und der Sicherheits-Firma F.B.I.S ausgearbeitete Sicherheitskonzept hat funktioniert. „Die Arbeit mit den Behörden war sehr eng und effektiv, sodass die geplanten Maßnahmen schnell und zielgerichtet umgesetzt werden konnten“, so Maurer. Trotz der großen Besuchermenge gab es keinerlei größere Zwischenfälle, die Breminale 2013 war ein friedliches Fest!

Und die binnen und buten Bremer, als auch die vielen nationalen und internationalen Besucher, dürfen sich bereits auf die 27. Auflage im kommenden Jahr freuen: Am letzten Wochenende vor den Sommerferien wird die Breminale 2014 vom 23. bis 27. Juli 2014 stattfinden.      

       

 

Von der Weserlust zur Breminale

Ein kulturell geprägtes Festival

Nachdem der legendären Weserlust 1983 die Puste ausgegangen war, hatte es sich die aus der "Kulturkooperative Bremen e.V." gebildete AG Breminale (später Breminale - Verein zur Förderung der Kultur e.V.) zum Ziel gesetzt, der Kommerzialisierung der Stadt- und Straßenfeste ein kulturell geprägtes Festival entgegenzusetzen. 100 000 DM stellte der damalige Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst, Horst Franke, den engagierten Kulturschaffenden aus dem Viertel zur Verfügung - ein aus heutiger Sicht fast unvorstellbarer, aber für das geplante Großereignis bei weitem nicht ausreichender Betrag.

Am 16. September 1987 war es dann soweit: Auf dem Marktplatz fand die offizielle Eröffnung der ersten BREMINALE statt und auf dem Festivalgelände, den Osterdeichwiesen zwischen Tiefer und Café Ambiente, genossen an den fünf Tagen Zehntausende von Kulturhungrigen den Mix aus Theater, bildender Kunst, Literatur, Musik und einem phantasievollen Kinderprogramm. Der Abschluss der ersten BREMINALE mit einem eigens inszenierten "Feuer-Wasser-Klang-Corso" war genauso spektakulär wie tragisch. Bei dem Feuerwerk kam ein Besucher durch eine von Außenstehenden abgefeuerten Leuchtrakete ums Leben.

Dass so etwas Profanes wie das Wetter existenzielle Bedeutung für das Gelingen des Experimentes BREMINALE haben könnte, war den zwölf ambitionierten Gründungsmitgliedern der BREMINALE im Frühjahr 1986 noch nicht bewusst. Dass die Frauen und Männer der ersten Stunde mit ihrer Idee eines breitgefächerten Kulturfestivals auf dem richtigen Dampfer lagen, beweist gerade die Tatsache, dass die BREMINALE trotz oft widriger Witterung immer auf riesiges Publikumsinteresse gestoßen ist. Zynische Zungen vertreten unwidersprochen die Meinung, bei der jährlichen BREMINALE auf den Osterdeichwiesen handele es sich um eine Langzeitstudie für einen künftigen Exportschlager der Hansestadt in die Trockenzonen der Welt. Diese eindeutig falsche Interpretation des Kulturfestivals am Weserufer basiert auf der scheinbar unausweichlichen Verbindung mit dem Element Wasser. Wasser marsch!

swb rettet die Breminale

Trotz der positiven Resonanz, steigenden Besucherzahlen und großer Beliebtheit der BREMINALE in den Jahren 1990 und 2000, stellte sich im Jahr 2001 erneut die Existenz-Frage. Steigende Kosten für die Infrastruktur und im Personalbereich sorgten dafür, dass die Kalkulation im Vorfeld des Festes ein Minus von rund 25.000 € auswies – keine Basis, um die 15. BREMINALE in Angriff zu nehmen. Die Ankündigung, dass die BREMINALE nun nicht mehr stattfinden wird, löste ein unerwartet großes Echo in den Medien aus. Und bereits am nächsten Tag erklärte der Bremer Energieversorger swb seine Bereitschaft, die fehlende Summe bereitzustellen. Und die swb ist bis heute neben den anderen genannten Sponsoren der Garant für das Überleben der BREMINALE.

Hoch hinaus gingen die Planungen 2003: Ein Riesenrad am Osterdeich ermöglichte den Besuchern einen gigantischen Blick über das Festival, die Weser und das gesamte Viertel, nur gen Himmel war die Sicht durch tief hängende Regenwolken begrenzt, denn erwartungsgemäß mischte der treueste Partner der Breminale wieder kräftig mit: Das schlechte Wetter! Im vermeintlichen Jahrhundertsommer gab Petrus alles und neben arktischen Temperaturen, Wind und Dauerregen, schaute auch die Weser mal auf dem Festivalgelände vorbei. Die fünf Tage sensationell schlechtes Wetter sorgten allerdings für derart empathische Reaktionen seitens Presse und Besucher, dass man beschloss, den Partner auch künftig und jetzt offiziell ins Boot zu holen: 2004 startete die BREMINALE mit dem trotzigen Motto "Swinging in the Rain". Dem Thema entsprechend wurde statt dem Scooter auch ein viertes Zelt, die "Schleuse", wieder eingeführt.

Die im Vorfeld vieldiskutierte, immer wieder verdrängte Möglichkeit von der Ausnahme von der Regel stellte sich auch prompt ein: Partner Schlechtwetter gab auf und das Resultat waren fünf warme, sonnige Festivaltage. Dank der neuen Kooperation mit Bremen Vier machte die BREMINALE 2004 auch einen großen programmatischen Schritt nach vorne: Hochkarätige Acts wie Culcha Candela und Soulounge spielten auf der neuen swb-Bühne im Bremen Vier-Zelt und sorgten für rekordverdächtige Besucherzahlen.

Auch wenn die heutige BREMINALE der Parole aus den Anfangszeiten "Kampf dem Kommerz" nicht mehr gerecht wird, bleibt dennoch festzustellen: Oft totgesagt, gibt es die BREMINALE noch immer. Und trotz zwischenzeitlicher finanzieller Engpässe und daraus resultierender programmatischer Einschnitte hebt sie sich noch wohltuend ab vom sonstigen Einheitsbrei.

Publikumsmagnet

Die ersten drei Jahre in denen die BREMINALE als eintrittsfreies, buntes Kulturfestival in Bremen stattfand zeigten: das Experiment BREMINALE ist geglückt! Der Grundstein für ein breitgefächertes, nicht zuletzt von der fantastischen Atmosphäre am Fluss lebendes Kulturfestival war gelegt. Von chronischem Geldmangel (trotz erheblichen Finanzspritzen von staatlicher Seite) und inhaltlichen Richtungsdiskussionen innerhalb der Viertel-Szene geprägt, entwickelte sich die BREMINALE nicht nur zu einem Publikumsmagneten, sondern auch zu einer Bühne für eigene Inszenierungen wie "Faust" (1990) oder das Eröffnungsspektakel im Jahr 1992. Gruppen wie "Green Day" oder "Urban Dance Squad", "Candy Dulfer" oder "Edwyn Collins" spielten auf der BREMINALE, bevor sie internationale Erfolge landeten. Über mehrere Jahre lockte das in Zusammenarbeit mit CrossCutRecords veranstaltete Bluesfestival Besucher aus ganz Europa zur BREMINALE, die seit Anfang der 90er Jahre in der Regel zu Pfingsten stattfindet. Über 50 000 CDs von Live-Mitschnitten dieser Blueskonzerte wurden inzwischen weltweit verkauft.


1993 gab es einen Einschnitt hinter den Kulissen, der sich auch in der programmatischen Struktur des Festivals widerspiegelte. Unter der Kultursenatorin Helga Trüpel von den Grünen wurden die staatlichen Zuschüsse von inzwischen jährlich rund 220 000 DM plus ABM-Stellen komplett gestrichen und von den zwölf Gründungsmitgliedern blieben letztlich Harald Siegel und Manfred Fleckenstein, die zu dem Wagnis bereit waren und die BREMINALE GmbH gründeten. Unter den grundsätzlich neuen finanziellen Voraussetzungen mussten programmatische Veränderungen vorgenommen werden, um das gesamte Festival nicht zu gefährden. Kostenintensive Anteile wie Theater, Bildende Kunst oder auch Literatur fielen dem Rotstift zum Opfer. Hilfestellung kam nur über einen alten Weggefährten aus den Gründerzeiten der BREMINALE, Anselm Züghardt. Er hat es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft, die vorhandenen kulturellen Szene-Kräfte der Stadt in dem sogenannten Flut-Projekt zu bündeln und zu einem Bestandteil der BREMINALE zu machen.

Mit der zeitlichen Verlegung des Festivals vom inzwischen traditionellen, aber meist kühlen Pfingsttermin in den eher hochsommerlichen Juli erlebte die BREMINALE im Jahr 1999 ein bisher nicht gekanntes Besucher- und Medien-Echo. Geschätzte 200 000 Besucher an fünf Tagen dokumentierten: Die Stadt am Fluss lebt!

Da sich erstmals auch die Stadt Bremen wieder finanziell engagierte und mit TUI, der Sparkasse Bremen, dem Weser Kurier, der Brauerei Beck & Co. und Radio Bremen starke Sponsoren gewonnen wurden, konnte die Qualität des Festivals gestalterisch und inhaltlich im Vergleich zu den mageren Vorjahren erheblich gesteigert werden.

Breminale 2006

2006: Die BREMINALE feiert ihr 20. Jubiläum und verwandelt die Osterdeichwiesen wieder in eine kulturelle Spielwiese. Nach viel Sonnenschein aber auch Regenwetter auf den letzten neunzehn BREMINALEN, versuchten die Veranstalter in diesem Jahr dem Element Wasser seine Unberechenbarkeit zu nehmen, indem sie es zum festen Bestandteil des Festivals machten. Der Naturathlon, Deutschlands größter Natursportwettkamp in und um die Weser herum, bereicherte das Festival mit einer Erlebniskomponente rund um das Thema Wasser. "Holt die Gummistiefel raus",  hieß es auch beim Kinderprogramm, das ebenfalls unter dem Motto "Wasser bewegt" stattfand.

Wasser bewegte die Breminale schon seit nunmehr 20 Jahren, ob von oben durch Platz-, Niesel- oder Sprühregen oder von unten durch den natürlichen Tidenhub der Weser. Da machten die Veranstalter es nun einfach zum Teil des Programms. Es gab einen Wettlauf entlang der Weser, ein Drachenbootrennen auf dem Wasser und ein Wissensquiz rund um die Weser für die Athleten; ein Parcours mit phantasievollen Wasserspielen für die Besucher des Festivals.

Und was stand sonst auf dem Programm? Nick Moss (USA) und Conny Lush (UK) eröffneten bei der traditionellen Blues Nacht auf der Weltbühne die Veranstaltung. Weitere Highlights waren die Konzertnacht des Nordwestradios am Freitag mit Bands wie Arabanda aus Belgien oder The Mighty Three und das französische Quartett Hurlak, das am Samstag Abend im Rahmen von "Sparkasse in concert" auftrat. Besonders war zudem der Auftritt der Londoner Violonistin Sophie Salomon, die das Publikum mit ihrer Klezmer-Violine in eine Welt voll ansteckender Saitensprünge und faszinierender Bogenstriche entführte. Im hanseWasser-Zelt überzeugten die International Reggae Artists, The Tiptons und Zephrylogie. ElBicho präsentierten bei kühlen Außentemperaturen heißen Flamenco-Rock, Root ID beglückte das Publikum mit einer Mischung aus englischem Ska und HipHop. Die gebürtige Kenianerin Onejiru verband traditionelle Klänge aus Kenia mit Funk-, R'n'B und Elektroeinflüssen. Beim "Geburtstag der Visionen", den das Lagerhaus auf ihrer FLUT-Bühne feierte, konnten die Besucher innovative Musik-Projekten aus ganz Europa entdecken und verschiedenste Tanz, Theater und Filmproduktionen bewundern. Bands wie Les Babacools, Paulsrecorder, !Deladap und Dos Guitarras feierten mit.

 

 

Breminale 2007

Keine BREMINALE 2007

FLUT im LichtLuftBad

Breminale setzt aus – FLUT setzt über

Die Breminale musste in diesem Jahr wegen finanzieller Unterversorgung pausieren, was einen herben Verlust für das sommerliche Bremer Kulturvergnügen bedeutete. Daher präsentierte das Kulturzentrum Lagerhaus das FLUT-Festival im kleineren Rahmen im LichtLuftBad als Impuls der Bremer Open Air Kultur für die Stadtentwicklung. Neben einem 5-tägigen Programm gab es am Sonntag unter anderem die Podiumsdiskussion zum Thema "Zukunft der Breminale".

Breminale 2008

Fünf Tage lang wurde Bremen nach einem Jahr Zwangspause endlich wieder in einen musikalisch-künstlerischen Ausnahmezustand versetzt: Die 21. BREMINALE bot vom 2. bis zum 6. Juli auf den Osterdeichwiesen rund 60 Live-Konzerte. Während auf der neuen Open-Air-Bühne im wesentlichen lokale Bands aus Bremen und Umgebung zu hören waren, spielten auf den drei weiteren Zeltbühnen nationale und internationale Formationen der verschiedenen Musikrichtungen. Zu den Höhepunkten der fünf Tagen am Weserufer gehörte sicherlich wieder der Samstagabend auf der Weltbühne, wo traditionsgemäß zwei Bands von hoher Qualität unter dem Label „Sparkasse in Concert“ präsentiert wurden. Neben dem gewohnt vielseitigen Musikprogramm, gab es auf der 21. Breminale auch neue Spielorte: den Baltic Raw Tower, eine Sauna, eine Installation im Fahrradtunnel und das Betonschiff Treue, präsentierten den Besuchern spannende Neuigkeiten. An die kleinsten Festivalbesucher wurde mit einem phantasievollen Kinderprogramm natürlich auch gedacht. Der künstelrischen Leitung, Susanne von Essen und Carsten Werner, gelang es im Jahr 2008 das musikalische Spektrum der BREMINALE, das typischerweise den Fokus auf Weltmusik, Singer-Songwriter und Bluesrock legt, mit Bands aus dem Bereich Elektro- und Deutschpop erweitern. In Kooperation mit Partnern wie Bremen Vier, dem Nordwestradio, dem Kulturzentrum Lagerhaus und zahlreichen Bremer Kultureinrichtungen und -veranstaltern ist so wieder ein besonderes Programm entstanden, das neben den etablierten BREMINALE-Zelten auch an den neuen Locations gezeigt wurde.

Bei den Künstlern und Bands, die in diesem Jahr auf der BREMINALE auftraten, waren die weiblichen Aktuere ganz vorn dabei: Lydia Daher, Bernadette La Hengst und Gustav spielten auf der MS Treue, die Bands Paula und Klee rockten auf der swb-Bühne im Bremen Vier-Zelt und Sandy Dillon war wieder einmal auf der Weltbühne zu Gast. In Arnd Zeiglers wunderbarer Welt des Pop spielte am Mittwoch das Londoner Ausnahme-Musikprojekt Hight Llamas und Singer-Songwriter Louis Philippe aus Frankreich lockte mit großen Pop-Phantasien. Auf der Weltbühne erregten Sirqus Alfon aus Schweden Aufmerksamkeit, aber auch Freunde des Boogie-Woogie und Rockabilly kamen auf ihre Kosten. Und multikulturell ging es auch auf der Flut-Bühne und im LichtLuftBad zu: Von Reggae über Polka-Beat, Piratenjazz, Chanson und Klezmer war hier alles zu hören. Zu sehen gibt es zudem Kurzfilm-Compilations, Videoinstallationen und Illuminationen. Auf der Spielwiese der Global Player im Festivaldreieck zwischen Tunnel Altmannshöhe, MS Treue und der Weltbühne erwarteten die Besucher außergewöhnliche Skulpturen wie eine mobile Sauna der Künstlergruppe Fluchtkunst oder der Baltic Raw Tower. Beide boten mit Performances, Parties, alternativen Fernsehshows und Powerpointkaraoke neue Aktionsflächen der Breminale. Wer Heimatnähe suchte, war bei der Bremer Bühne genau richtig, denn hier spielten Open-Air die besten Bands aus Bremen und Umzu. Insgesamt 120 Veranstaltungen von Musik, über Theater, Performance bis hin zu einem künstlerischen Kinderprogramm erwarteten die Besucher, die das Kulturfest noch immer ohne festen Eintrittspreis genießen konnten: Lediglich ein freiwilliger Beitrag sollte dazu dienen, die Festivalatmosphäre für das kommende Jahr noch zu verfeinern.

Breminale 2009

Auch im 22. Jahr ist das Bremer Open-Air-Kulturfestival BREMINALE weiter gewachsen: Mit Musik und Literatur, mit Shows und Talks, mit Open-Air-Aktionen und Gastronomie lockte die BREMINALE 2009 vom 1. bis zum 5. Juli wieder tausende Besucher auf beide Seiten des Weserufers nahe der Bremer City. In Zelten, auf Schiffen und am Weserstrand wurden urbane Avantgarde-Kultur und innovative Markt-Ideen, Mainstream-Pop und Kreativwirtschaft, “Folk Art” und “Global Player” präsentiert. Die Radio-Bremen-Wellen “Bremen Vier”, “Bremen Eins” und das Nordwestradio trafen auf Kultureinrichtungen wie das Bremer Filmbüro, die Spedition, die Schwankhalle und das Lagerhaus, Bremer Bands wechselten sich mit Acts wie “Polarkreis 18” und “Selig” ab. Das alte Licht-und-Luft-Bad auf der Weserinsel beherbergte ein Kinderzirkusfestival, das Betonschiff Treue und der Fußgängertunnel unter den Bremer Wallanlagen wurden zu coolen (oder sommerlich heißen) Clubs. Erstmalig bot die BREMINALE dazu in diesem Jahr ein ganztätiges Familienprogramm, frühmorgendliche Sonnenaufgangskonzerte – und rund um die Weserwiesen mehr Platz zum Flanieren und Kommunizieren.Wie gewohnt, waren alle Veranstaltungen der BREMINALE 2009 eintrittsfrei.

2009 war das Jahr der Extreme. „So etwas hatten wir in 21 Jahren Breminale noch nie“, resümierte am Sonntagnachmittag Breminale- Projektleiter Rolf Hesener: Hochsommerwetter, rauschender Regen mit Herbsttemperaturen, das allabendlich zur Platzöffnung kurz auf die Festivalwiesen rauschende Weserhochwasser, rauschender Applaus in überfüllten Zelten – und das Gelände zeitweise überfüllt: 150.000 Besucher haben das Weserfestival bis Sonntagabend besucht. Das erweiterte künstlerische Programm der Breminale ist beim Publikum gut angekommen: Eine Ausstellung mit 100 Bremer „KulturKöpfen“ war Tag und Nacht gut besucht, das Betonschiff „Treue“, das extra zur Breminale an den Anleger 1 an der Schlachte geschleppt wurde, würde am liebsten an diesem Ort liegen bleiben. Die neuen Kontakte zur Kulturszene und die Unterstützung der erfahrenen Festivalmacher der Breminale sind für uns ein Riesengewinn!“ Anselm Züghard vom Lagerhaus freut sich über „die Rückkehr der Breminale zu ihren Wurzeln als Kulturfestival: Die neuen Kooperationen haben sich gelohnt!“ Die neuen künstlerischen Leiter des Weserfestivals, Susanne von Essen und Carsten Werner, haben auf der Spielfläche „Global Player“ die BREMINALE um interaktive, urbane Avantgarde-Kultur erweitert – und damit Publikum und Künstler überrascht: „Die Künstler aus anderen Städten sind begeistert von der Offenheit und Motivation der Bremer, Neues und Ungewöhnliches kennenzulernen und mitzumachen“, erzählt von Essen.

 

Breminale 2010

Oh Schreck, die Breminale bekommt einen Zaun! Hieß es in diesem Jahr. Was? das Kulturfestival am Osterdeich, das die Jahre davor immer "umsonst und draußen" war? Keine Panik. Schnell gab es Entwarnung: Der Zaun ging nicht außen drum herum – sondern nur einmal mitten durchs Festivalgelände. Es blieb also auch im Jahr 2010 dabei: Kultur für alle wollen wir nicht mit einem komplexen System von Eintrittskarten, Vorverkauf und Kontrolle verkomplizieren. Wer die Breminale, ihre Ideen und Künstler dennoch auch finanziell unterstützen konnte und wollte, konnte dies trotzdem tun: Jeder Euro macht das Weserfestival sicherer – und wenn er vom Publikum direkt kommt, wiegt er besonders schwer. Am neuen „Zaun“ hatten die Besucher in diesem Jahr erstmalig die Gelegenheit, Breminale-Devotionalien mit der 2010er Stadtmusikanten-Edition zu erwerben, mit uns über die Breminale 2011 und deren Programm und dessen Finanzierung zu visionieren – oder einfach etwas zu spenden. Jeder Besucher konnte der neuen "Spendenzaun" aber auch ganz unbehelligt passieren und dabei vielleicht ein Minütchen über den Wert von Musik, Theater, Literatur und Medien in unserer Stadt am Fluss sinnieren oder plaudern. Wem das alles nicht passte, der musste einmal auf den Deich und wieder runter.

Und was war so los bei der 22. BREMINALE?Rasante und ruhige Töne auf den Bühnen. Freiluftutopien, Volks-und Weltmusik der nächsten Art, Pop-Perlen, Rockmonster, Indie-Hits und House-Hymnen das boten Bands wie Virgnia Jetzt!, Hundreds, Barbara Morgenstern, Mad Monks, Herrenmagazin, The Koletzkis, Fucking in Champagne, Stereo Total und Ohrbooten, Singer Songwriter wie Enno Bunger, Tom Lüneburger, Bernd Begemann auf den Bühnen. Zu den künstlerischen Höhepunkten und Geheimtips zählten außerdem das Südtiroler Gesangstrio Ganes und die Ska-Band Abuela Coca aus Uruguay. Die Besucher konnten aber auch wieder viele interessante Newcomer entdecken, wie zum Beispiel die Bremer Dad Horse Experience in der außergewöhnlichen Baltic row tower-Bühne oder die Oldenburger Ska-Reaggae-Combo Skalinka.

Musiktheatralisches, Kurzfilmkust, Textarbeit, Pop, Jazz und Elektronisches präsentierte die Schwankhalle im DeDrohme auf der BREMINALE. Ein Super-8-Abend mit Gästen und Livemusik und Sonntagsjazz mit Montuno und Shakespeare against the machines bereicherten das vielfältige Programm der Festivals. So mancher Besucher musste zweimal hinschauen und sich verwundert freuen über die verrückt-besondere Idee der interaktiven Hairdressing Performance mit elektronischen DJ-Klängen oder den chinesischen Bootsverleih, der zu Blumen-, Sommerwiesen- und Loveboat-Verlobungsfahrten einlud. Die Feuershow mit Jonglage von Flambal Olek tauchte das Kulturfestival ab Sonnenuntergang mit ihrem flammenden Varieté aus Feuerkunst, Tanz-Theater, Feuerspucken und Jonglage in ganz neues Licht. Freunde von britischem Humor und Slapstick a la Mr. Bean freuten sich über das blitzschnelle Kabarett Phänomen Mr. Diagonal und das Black Light Orchestra. Gleich beim Hal-Över-Anleger gastierte der Circo Paniko aus Italien, gegründet von Zirkusartisten und Musikern, die Zirkusshows zu gesellschaftlichen Themen produzieren.  Wer einen den beliebten Plätze im Zirkuszelt ergatterte, konnte sich glücklich schätzen und ein bisschen etwas von der Kraft und Kreativität aus dem Zirkusfest und der fast intimen, familiären Atmosphäre des kleinen Zeltes mitnehmen. Präsentiert wurde der Zirkus vom Weser-Kurier.

Die Bilanz der Breminale 2010 fällt rundum positiv aus. Die sehr hohen Besucherzahlen des vergangenen Jahres sind zwar nicht ganz erreicht worden. Einer der Gründe: Es war phasenweise zu heiß. Dass das eines Tages ein Problem werden könnte – vor Jahren noch hätte das niemand für möglich gehalten. Schließlich hatte das Musik- und Kulturfest am Osterdeich immer wieder mit Dauerregen und Weser-Hochwasser zu kämpfen. Doch nach der Wiederauferstehung im Jahr 2008 – ein Jahr vorher musste das Festival am Osterdeich ausfallen, nachdem sich die Stadt aus der Finanzierung zurückgezogen hatte – erlebt die Breminale mit ihrem erweiterten Programm einen Höhenflug. Der Besucher-Andrang ist groß, die Spendenbereitschaft ist dieses Jahr wieder gestiegen. Etwa 16000 Euro sind an freiwilligen Gaben zusammengekommen.  Für gähnende Leere sorgte nur der WM-Knüller Deutschland gegen Argentinien am Sonnabend. Eine derartige Flaute gab es in all den Jahren seit 1987, der Breminale- Premiere, nicht.

Breminale 2011

„Schon wieder“: Breminale der Rekorde

Schon wieder Rekorde beim 24. Bremer Breminale-Festival an der Weser: „fantastisch“, „großartig“, „so toll wie nie“ – so und ähnlich lauteten überall auf dem Festivalgelände am Bremer Osterdeich die Reaktionen auf das Programm und die Stimmung bei der Breminale 2011. Mit einer Einschränkung: „zu voll!“ – das konnte man vor allem am späten Freitag- und Samstagabend immer wieder mal hören, und auf dem Höhepunkt des Publikumsinteresses konnten längst nicht alle Fans des Kulturfestivals und der gastierenden Bands das Gelände überhaupt erreichen. Um die Besucherströme zu kanalisieren und auf einen sicheren Nachhauseweg zu bringen, sperrten Polizei und Festivalveranstalter in der Nacht von Freitag auf Samstag kurzerhand den Osterdeich zwischen Sielwall und Tiefer. Das Wetter war für das Open-Air-Festival „so ideal wie noch nie“, fasst Projektmanager Rolf Hesener zusammen: „Warm, aber nicht heiß; sonnig und luftig, aber nicht stürmisch – der ideale Mix, um zu feiern und Kultur zu genießen.“

Faires, ökologisches Festival

Dabei war die Sperrung des Osterdeichs für die diesjährige Breminale eigentlich erst für den Sonntagmorgen geplant – denn der letzte Festivaltag begann mit einem stimmungsvollen Deichbankett an einem riesigen Tisch auf der Straße: Bremer und Besucher  der Stadt, darunter viel Familien und ihre Gäste konnten hier „Bio Erleben“ – gesund, ökologisch und fair, informativ und nicht zuletzt: festivaltauglich. Die Breminale und ihre Partner SozialÖkologie e.V. und Prozept e.V. haben in diesem Jahr begonnen, das gesamte Festival ökologisch und fair aufzustellen – neben einem „Biodorf“ haben auch zahlreiche Gastronomiestände des Festivals vermehrt fair gehandelte und ökologisch verantwortliche Produkte und Zutaten in ihre Angebote aufgenommen. Rolf Hesener, Projektmanager der Breminale, hat dazu Kontakt mit allen Pächtern aufgenommen und eine Beratung aller Standinhaber initiiert. In den kommenden Jahren soll dieser Weg konsequent verfolgt und ausgebaut werden: „Das Publikum hat das Angebot begeistert angenommen und wir freuen uns, die gastronomische Qualität auf diesem Weg erheblich zu steigern und zugleich etwas für eine fairere, gesündere Welt tun zu können.“

Künstlerische Leitung wechselt

„Es ist gelungen, das Thema fairen und ökologischen Handelns mit einem ganz populären Kulturangebot zu verknüpfen – hier finden ganz unterschiedliche Qualitäten zusammen und verbinden sich zu einem tollen Genussangebot“, freut sich auch Carsten Werner, der seit 2008 die künstlerische Leitung des Festivals gemeinsam mit Susanne von Essen übernommen hatte. Werners letzte Breminale als Programmmacher hat ihr Breminale-Konzept noch einmal eindrucksvoll bestätigt: „Umsonst, draußen und bei tollem Wetter“ – dass das Festival weiterhin ohne Eintritt stattfinden kann, ist den Sponsoren der Breminale und immer mehr Programmpartnern zu verdanken. „Erstmalig mussten wir einigen Interessenten sogar absagen, weil wir sie auf dem Platz nicht mehr untergebracht hätten“, resümiert Susanne von Essen. Carsten Werner ergänzt: „Und mit der Verlegung der Breminale in den Hochsommer haben wir natürlich wettermäßig nach vier Jahren eine tolle Bilanz. Vielleicht gelingt es ja in den kommenden Jahren, die Assioziation Breminale/Schietwetter wirklich Geschichte sein zu lassen – auch wenn’s in den vergangenen Jahren eher ein ironischer Spruch wurde ...“

Breminale goes Kunst

2011 hat die Breminale auch erstmalig mit einer großen Kunstausstellung kooperiert – „Zur Nachahmung empfohlen“ in der „Umgedrehten Kommode“ auf dem Stadtwerder, die dort noch bis Ende August zu sehen ist, war mit Talks zu Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit, Schiffstörns und einer Versteigerung von Künstlersouvenirs eng in das Festival eingebunden.

Immer mehr internationale Gäste

Neu im Zeltensemble war zudem der "Hofnarr". Anja Wedig von der Schwankhalle war begeistert von der Möglichkeit, die das erstmals von dem Künstlerhaus kuratierte und präsentierte Zelt bot: „Wir konnten hier junge Künstler und auch noch fast unbekannte Projekte einem ganz breiten Publikum vorstellen. Das gab uns die Chance, auch international vernetzt zu arbeiten.“ Susanne von Essen hat bemerkt, dass die Breminale zunehmend überregionale und internationale Zuschauer anzieht: „Wir haben in den Wochen vor dem Festival festgestellt, dass wir unendlich viele Anfragen nach dem Kartenvorverkauf aus dem Ausland und aus ganz Deutschland hatten“ – den es ja bei der Breminale gar nicht gibt, da der Eintritt in die Zelte frei ist. Flugs wurde ein Banner auf der Homepage geschaltet: „Die Breminale ist eintrittsfrei - keine Tickets, keine Karten und keine Anmeldungen nötig!“ und auf dem Anrufbeantworter das Prinzip des Festivals erklärt: Für die Einnahmen sorgen der gastronomische Konsum, die Kulturförderung der Stadt, die Programmpartner und Sponsoren – und nicht zuletzt das Publikum durch freiwillige Spenden. In diesem Jahr wurden sie über „das größte Rubbellos der Welt“ eingespielt. Der Weltrekord wurde dokumentiert und durch Zeugen bestätigt. Der Beweis durch das Guinessbuch kam später per Urkunde. Der Erlös (nach Abzug aller Kosten) lag bei ca. 10.000 Euro, die als Spende an einen gemeinnützigen Verein wieder in kulturelle Projekte für das nächste Jahr flossen. Beigetragen zu diesen Erfolgen haben vor allem die Programmpartner der Breminale: Das Betonschiff „Treue“ legte ebenso wie die Hansekogge wieder am Festivalgelände an. Auf den Weserwiesen sorgten auch alle Radio-Bremen-Programme, das Lagerhaus, die Kneipe "Wohnzimmer", das One-Man-Band-Festival aus der Spedition und das Bremer Filmbüro mit seinem inzwischen legendären "Super-8-Abend" für ununterbrochenes Programm. Das tägliche Kinderprogramm ermöglichten der Weser-Kurier und die Klimafreunde.

Rund 180.000 Besucher auf der 25. Breminale

Grob geschätzte 180.000 Besucher haben sich im Jahr 2012 auf der Breminale am Osterdeich amüsiert. Mehr als zufrieden ist das Breminaleteam. Das neue Wiesenkonzept ist aufgegangen, die Aufenthaltsqualität hat sich für die Besucher dramatisch verbessert. Das Ziel, auch außerhalb der Zelte aufregende, lustige, spannende Acts zu bieten, wurde von den Besuchern mit Begeisterung aufgenommen. Und auch die Konzerte in den Zelten waren an allen Abenden hervorragend besucht, teilweise bildeten sich große Menschentrauben vor den Zelten.

Vor allem am Freitag- und Samstagabend bewährte sich das gemeinsam mit den Behörden ausgearbeitete neue Sicherheitskonzept. Alle geplanten Neuerungen haben sich in der Praxis bewährt, ohne dass die spezielle Breminale-Atmosphäre beeinträchtigt wurde.

Sehr gut angenommen wurde auch wieder das inzwischen deutlich gewachsene Ökodorf. Die Bio-Händler waren begeistert über den Zuspruch und vor allem über den Informationsbedarf der Besucher. Das Öko-Bankett war wieder ausverkauft, über 250 Personen speisten am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Osterdeich.

Groß war auch die Bereitschaft der vielen buten und binnen Bremern, die Breminale zu unterstützen. Merchandise-Artikel und vor allem die Rubbellose fanden reißenden Absatz – der Hauptgewinn war allerdings auch nicht ohne: Ein Elektroroller war der sympathische Hauptpreis für die Tombola des auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Festivals am Weserufer.

Alle zusammen, die spendenfreudigen Besucher, die großen Sponsoren, die Bremer Behörden und die über 60 Kooperationspartner haben das rauschende Fest am Weserufer möglich gemacht und werden es auch im  Jahr 2013 wieder vom 10. bis 14. Juli ermöglichen.

Nur eines stimmte nicht bei der 25. Breminale: Die teilweise gruseligen Wettervorhersagen haben sich nicht bewahrheitet – und das war gut so!